Winter ade, scheiden tut weh

Wie heisst es so schön in dem alten Volkslied,“Winter ade scheiden tut weh“. Der Frühling kommt in großen Sprüngen,auch wenn es im Moment nicht gerade danach aussieht. Ich möchte noch einmal auf die gerade scheidende Jahreszeit zurückblicken, in der uns der Nadelbaum erfreut hat. Obwohl der Weihnachtsbaum als Tannenbaum besungen wird, handelte es sich früher meistens um die Fichte. Im früheren Sprachgebrauch des Volkes umfasste das Wort Tanne allgemein alle Nadelbäume.

Die Verehrung der Fichte begann schon bei den Germanen, als Baum des Lichts. So wurde die zunehmende Tageslichtlänge mit dem immergrünen Baum gefeiert. Unseren Ahnen galt der Wechsel der Jahreszeiten als Ringen von Licht und Finsternis, wobei es der Sonne zur Zeit der Wintersonnwende gelingt,zu neuem Leben zu erwachen und den Kampf mit der dunklen Macht des Winters aufzunehmen. Das Mittwinter oder Julfest wurde nach der Christianisierung in das Weihnachtsfest integriert,der Baum als Lebenssymbol wurde als Weihnachtsbaum übernommen.

Die Gemeine Fichte  ist in Mitteleuropa der wichtigste Forstbaum. Sie ist ein sehr anspruchsloser Baum, man findet sie auf Magerweiden sowie Waldlichtungen. Auch Feuchtigkeit macht ihr wenig aus, so ist sie an Moorrändern und in Auen zu finden. Sie sind von Natur aus Kinder der Berge, deshalb begegnet man ihr in einer Höhe von 800 m in Reinbeständen.

Die Fichte liefert uns das mit Abstand wichtigste einheimische Holz. Aufgrund des geraden Wuchses des Stammes ist des Fichtenholz in der Bauindustrie und zur Möbelherstellung sehr begehrt. Aber auch für den Innenausbau (Teppen,Fußböden,Wand-und Deckenverkleidungen), Gartengeräte, Bierdeckel, Kinderspielzeug und vielem mehr wird die Fichte verwendet.

Das Holz des Geigenbauers nennt man sie auch.Violinenbauer wie Stradivari suchten daher häufig persönlich in den Bergwäldern nach Bäumen mit entsprechend hoher Qualität. Bei der Suche nach den Qualitätshölzern klopften sie mit dem Axtstiel die Fichten ab, legten ihr Ohr an den Stamm und lauschten dem Klang.

Meine Kinder lieben es mit mir das Fichtenharz an den rötlichen Stämmen abzusammeln. Zuhause in Öl ausgelassen, wird es dann von uns zu Fichtenharzsalbe verarbeitet. Die uns bei so manchem quälenden Husten über die Nacht geholfen hat. Auch bei Rheuma, Hexenschuss und Rückenschmerzen aufgetragen tut sie gute Dienste. Im Frühling macht es sehr viel Spass die jungen frischen Fichtentriebe zu ernten und sie zu einem sehr wohlschmeckenden Hustensirup zu verarbeiten. Probiert doch mal dunkle Schockolade zu schmelzen, Sahne hineinzurühren und die Fichtenwipfeln bis zur Hälfte einzutauchen. Das ganze dann auf Alufolie abgelegt in den Kühlschrank zum erkalten geben, und dann nur noch geniessen.

So ich denke jetzt können wir denn Frühling kommen lassen, mit all seinen Schätzen die er so langsam wieder ans Tageslicht bringt.

Andi

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